Als Mütterpflegerin in der Familie

Mütterpflegerin – was macht sie denn nun wirklich ?

 

Hier möchte ich von meinen Einsätzen in den letzten Jahren ein paar Beispiele aufzeigen, damit du dir ein genaueres Bild davon machen kannst, wie unterschiedlich und individuell diese Einsätze in den Familien aussehen können.

Oftmals starten diese Besuche zu Hause etwas zaghaft – die Mütter wissen noch nicht so recht, womit sie mich beauftragen können und sind manchmal selber noch nicht so weit, die üblichen Tätigkeiten loszulassen. So kann es z. B. sein, dass einer Schwangere Ruhe verordnet wurde, es aber ein wirklicher Prozess für sie ist, mir die anfallenden Arbeiten zu übertragen. Auch das Annehmen können von Hilfe muss häufig erst gelernt werden, weil wir Frauen es gewohnt sind, alles irgendwie zu schaffen. Dass dabei unsere Bedürfnisse zu kurz kommen ist uns manchmal nicht einmal bewusst...

Gerade während einer Schwangerschaft, die nicht ganz problemlos verläuft, bin ich dann immer wieder diejenige, die Angebote in alle Richtungen macht, um dich zu entlasten.

  • Dir ist gerade morgens immer übel und du fühlst dich unendlich schlapp, wenn du das Geschwisterkind in den Kindergarten bringen sollst? Glaub mir, wenn ich schon etwas Zeit bei euch verbracht habe, die Kinder eine Beziehung zu mir aufbauen konnten, dann lassen sie es auch gerne zu, von mir gebracht - oder abgeholt zu werden. Dadurch, dass ich regelmäßig mehrere Stunden in der Familie bin, nehmen die Kinder mich auch schon bald als einen Teil ihrer Familie wahr. Wo anfangs die Kinder wenn sie mich im Haushalt beobachten, manchmal ganz erstaunt „ Das machen immer Mama und Papa, darfst du das?“ sagen, geschieht es gerade durch diese alltäglichen Tätigkeiten wie Staubsaugen, Spülmaschine ausräumen oder kochen, ganz nebenbei, dass die Kinder vertrauen fassen und mehr und mehr auf mich zukommen. Gerne spiele ich dann auch mal mit ihnen oder gehe mit ihnen raus. So entwickelt sich im Laufe der Zeit eine tragfähige Beziehung. Dies nehmen die Mütter / Eltern dann oft als sehr entlastend und Halt gebend wahr.

  • Was soll eine Mutter von 3 Kindern machen, wenn eines der größeren Kinder in den Mittagsschlaf begleitet werden soll, der Säugling aber gerade sehr wach und aktiv ist? Ich trage gerne deinen Säugling durch die Gegend und vielleicht schaffe ich es dabei auch noch, die Wäsche anzustellen, mich mit dem Großen auf dem Klettergerüst zu unterhalten und draußen zu fegen…

  • Du würdest gerne Rückbildungsgymnastik machen, weil du weißt, wie wichtig es für die nächsten Jahre und Jahrzehnte sein wird, dass deine Rektusdiastase geschlossen, dein Beckenboden stark ist und du über eine stabile Muskulatur im Bauch verfügst? Ich schaffe dir Freiräume dafür, indem wir diese Zeit fest einplanen und ich die Kinder in dieser Zeit betreue. Wenn es nach der Geburt deines ersten Kindes ist, mache ich die Übungen auch mit dir zusammen, wenn dir das hilft, dich dafür zu motivieren.

  • Ich kann dir kurze Auszeiten schaffen. So oft bin ich schon in Familien gekommen, wo die Mutter erleichtert ausatmete und sagte „ Gut, dass du da bist! Ich würde jetzt so gerne in Ruhe unter die Dusche gehen, kannst du auf das Baby schauen?“ Diese kurzen Freiräume sind es, die die Mutter braucht, um sich in ihrer neuen Rolle zurecht zu finden, Momente der Entspannung zu erleben und wieder Kraft zu schöpfen für alles, was der Tag noch bringen wird.

 

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